Wir powern Dich und Deine Ziele. Viel Erfolg bei Salute

 

Das ist Salute


Salute ist ein sechsmonatiges psychosoziales Programm in Kombination mit einer Arbeitsgelegenheit. Fallmanagementkundinnen finden hier wieder Zugang ins soziale Leben oder gehen den ersten Schritt in Richtung Arbeitsmarkt.

Bei Salute arbeiten Therapeutinnen und Sozialarbeiterinnen, die sich individuell auf die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen einstellen können. Die Salute-Gruppe besteht aus 15 Teilnehmerinnen, die fünf Tage in der Woche zusammen arbeiten. Neben der praktischen Arbeit im Projektgarten oder beim Stricken finden psychosoziale Module wie Biografiearbeit, Lösungsorientierte Arbeit oder soziale Gruppenarbeit statt.

Jede Teilnehmerin hat außerdem die Möglichkeit, praktische Lebenshilfe in Anspruch zu nehmen.

 

Die Woche bei Salute


Psychosoziales Programm: Montag / Mittwoch / Freitag
Arbeitszeit: 8.30 – 14.00 Uhr

Hier dreht sich alles um dich und deine Ziele, darum wie es dir geht und wo du gerade stehst. Du arbeitest an deinen Entwicklungsthemen und trainierst als Teil der Gruppe deine sozialen Kompetenzen. An diesen Tagen kannst du dir sicher sein, dass du viel Verständnis bekommst und Zeit hast, dich mit dir, deinen Bedürfnissen, Gefühlen und Grenzen auseinanderzusetzen. Hier profitierst du von den Erfahrungen und Feedbacks der anderen und von der Wärme der Gruppe. Zu diesen Tagen gehören schöne Rituale, wie die Stolz- und die Dankbarkeitsrunde oder das Gruppenbarometer, die dich stärken und in den Kontakt mit den anderen bringen sollen.

Praktische Arbeit (AGH): Dienstag / Donnerstag
Arbeitszeit: 8.30 – 14.00 Uhr

abzüglich 15 Minuten Pause = 5 St. Arbeitszeit pro Tag (mit Aufwandsentschädigung)

Hier geht es darum, langfristig oder schon ganz konkret Arbeitsmarkt-Kompetenzen zu trainieren und dich praktisch zu erproben. Die Regeln und Pausen sind konsequenter. Es geht darum, deine Power zu steigern, deine Stärken zu trainieren und richtig greifbare Ergebnisse zu schaffen. Wir nehmen Rücksicht auf deine aktuelle Belastbarkeit, erwarten aber im festgelegten Rahmen deinen ganzen Einsatz. Seelische Themen, die dir an diesen Tagen begegnen, kannst du immer am nächsten Tag im psychosozialen Programm bearbeiten. Die Tage, an denen du praktisch arbeitest, heißen Arbeitsgelegenheit (AGH). Du bekommst an diesen beiden Tagen eine Aufwandsentschädigung. Bei 5-stündiger Anwesenheit 20 Euro pro Woche.

S-Plus (für bestimmteTeilnehmerinnen):
Dienstag / Donnerstag Arbeitszeit: 8.30 – 16.00 Uhr

abzüglich 45 Minuten Pause = 7,5 St. Arbeitszeit pro Tag (mit Aufwandsentschädigung)

Als „S-Plus“ Teilnehmerin bist du schon ein Stück weiter, als andere, und stehst kurz davor, einen konkreten Schritt in Richtung Arbeit oder Ausbildung zu gehen. Im Rahmen von S-Plus erlebst du einen Arbeitstag in voller Länge und mit Aufgaben, die dich herausfordern und dir ein gutes Maß an Eigenverantwortung abverlangen. Die Aufwandsentschädigung bei S-Plus beträgt bei kompletter Anwesenheit 30 Euro pro Woche.

 

Das kannst du bei Salute erreichen


Ziel von Salute ist, dich beim Erreichen deiner Ziele zu unterstützen. Unser abwechslungsreiches Programm gibt dir Halt und Struktur, um dich aufgehoben zu fühlen, lässt dir aber auch Raum, um Erfahrungen zu machen. Im vertrauensvollen Rahmen der Gruppe und mit Hilfe der Trainerinnen kannst du folgende Themen bearbeiten:

  1. Steigerung deines Selbstwertgefühls oder Selbstbewusstseins
  2. Bewältigung kritischer Situation
  3. Reduzierung deiner Ängste
  4. Umgang mit deiner psychischen Erkrankung (z. B. Depression)
  5. Steigerung oder Verbesserung deines sozialen Kontaktes
  6. Stabilisierung für eine Ausbildung oder Arbeit
  7. Lernen von Selbstfürsorge
  8. Lernen, Grenzen zu setzen
  9. Lernen, etwas durchzuhalten und an Herausforderungen dranzubleiben
  10. Lernen, Hilfe anzunehmen
  11. Motivation für eine Psychotherapie
  12. Strukturierung deines Alltages
 

Voraussetzungen deiner Teilnahme


Du bist…

  1. Fallmanagerkundin und erhältst ALG2
  2. mindestens 18 Jahre alt
  3. erwerbsfähig
  4. gesundheitlich¹ und zeitlich² in der Lage, am Programm teilzunehmen
  5. motiviert, an deinen Zielen zu arbeiten
  6. bereit, dich auf eine Gruppe einzulassen

¹ Das heißt: keine Gehbehinderung, da Arbeitsraum im 5. Stock und Fußweg in den Projektgarten 20 Minuten, kein aktiver Suchtmittelkonsum, keine schwerwiegende psychiatrische Erkrankung (z.B. Psychose). Frauen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung oder Suchterkrankung können erst nach einer absolvierten Psychotherapie bei uns teilnehmen.

² Die Betreuung deiner Kinder sollte natürlich sicher gestellt sein. Mit Vorlage der Zuweisung vom Jobcenter kannst du deine Betreuungszeiten in der Kita verlängern


Im Vorfeld deiner Teilnahme…

Zwei wesentliche Voraussetzungen für eine Teilnahme bei uns sind, dass du vom Fallmanagement des Jobcenters betreut wirst und ALG2 erhältst. Solltest du in der Vermittlung sein und trotzdem das Gefühl haben, dass eine Teilnahme bei uns für dich wichtig wäre, dann sprich deinen Vermittler an, damit er eine Aufnahme ins Fallmanagement prüfen kann.

Deine Fallmanagerin wird dir Salute empfehlen, wenn es für deine aktuelle Situation sinnvoll ist. Sie wird mit dir die Teilnahme vorbereiten und dich beim Finden deiner Ziele unterstützen. Damit du bei Salute etwas erreichen kannst, ist es unverzichtbar, dass du freiwillig teilnimmst.

Du führst mit uns 2 Vorgespräche. Das erste im Beisein deiner Fallmanagerin dient dazu, uns gegenseitig kennenzulernen, deine Ziele zu besprechen und noch einmal gemeinsam zu schauen, ob Salute für dich im Moment das Richtige ist. Im Ergebnis des ersten Gesprächs triffst du deine Teilnahme-Entscheidung. Das zweite Gespräch dient dem Ausfüllen von Unterlagen und der konkreten Vorbereitung deines Starts. In den meisten Fällen startest du 1-2 Wochen nach dem zweiten Gespräch.

Nach deinem Start hast du drei Wochen Zeit zur „Integration“, das heißt deine Arbeit in dieser Zeit besteht darin, die anderen Frauen und die Abläufe kennenzulernen und deinen Platz in der Gruppe zu finden. Erst dann arbeitest du an deinen Zielen. Während der Integration begleitet dich eine persönliche Patin.

 

Erfahrungen


„Als ich erfahren habe was Salute ist, habe ich echt Angst bekommen, denn meine Fallmanagerin sagte mir, dort geht’s ans Eingemachte. Gott ich hatte die übelsten Vorstellungen. Ich dachte wir gehen dort sofort alle zusammen Bus fahren, in die Stadt usw. Diese Vorstellung machte mich echt verrückt, aber es sollte ja vorwärts gehen. Denn so wie es war konnte es nicht bleiben. Nur zu Hause sitzen, keine Ausflüge mehr, einfach nix mehr von der Welt sehen und in ständiger Angst zu leben, das machte mich echt fertig. Meine Freunde gingen zur Disko, ins Freibad oder einfach mal shoppen und ich konnte all das nicht mehr und das nun schon über 3 Jahre lang. Ich fing echt an mich selbst zu hassen aber auch andere, weil sie diese ganzen, schönen Dinge machen konnten und ich nicht…

Als nun der erste Tag kam war ich sowas von aufgeregt. Am liebsten wäre ich wieder gegangen… Es dauerte nur ein paar Tage und schon hatte ich mich in das Programm verliebt. Wir haben alle so schnell zueinander gefunden, sowas hatte ich noch nie erlebt und ich habe mich echt gefragt wieso es nicht überall so sein kann…

Nun zu meinem ersten Ziel, das hieß: weite Wege alleine gehen. Da meine Schwester, mit der ich normaler Weise immer zusammen zu Salute lief, krank war, musste ich dies wohl oder übel angehen. Gott war mir schlecht. Ich dachte das schaffe ich nie…Das erste Mal war echt noch schlimm, doch ich war so froh als ich es geschafft hatte. Endlich gab es wieder Licht am Ende des Tunnels. Diesen Weg musste ich noch ein paar Mal alleine gehen und es wurde von Mal zu Mal und heute kann ich sagen es ist gar kein Problem mehr, was eigentlich der Hammer ist, wenn ich zurück denke. Denn alles was mehr wie eine Ecke von mir entfernt war habe ich so oft es ging vermieden. Doch nun ging es vorwärts.

Mein zweites Ziel waren Kaufhallen. Zwar ging ich da vorher auch schon hin, doch sobald mehr wie 2 Leute an der Kasse standen, bin ich wieder gegangen. Dieses Ziel ging ich mit den Trainern, den Mädels und meiner Schwester gemeinsam an. Denn dienstags in der Kochgruppe musste immer eingekauft werden und da gingen wir immer gemeinsam hin… Außerhalb von Salute ging ich außerdem mit meiner Schwester in die Sachsenallee und siehe da, ich habe es überlebt. Mann war ich stolz auf mich. Das Selbstbewusstsein und die Lebensfreude kamen zurück. Bald darauf kam der Weihnachtsmarkt an die Reihe. Eine meiner schwersten Hürden, denn da waren bekanntlich verdammt viele Leute. Doch auch das schaffte ich ein erstes Mal und dank meines Sohnes auch ein zweites Mal.

Zum Schluss kam das Größte dran, das war Bus und Bahn fahren. Dies ging ich mit den Trainern an. Ich hatte so eine scheiß Angst davor, doch ich musste es einfach schaffen. Wir fingen mit der Bahn an. Mir war so schlecht, doch als wir ca. 5 Minuten gefahren waren ging die Angst weg und ich dachte mir: „Mann, wieso hast du es nicht eher schon mal versucht?“ Doch völlig egal, jetzt mache ich es und jetzt war besser als nie. Da wir schließlich erfolgreich hin und her gefahren sind, dachte sich die Trainerin, wieso nicht auch gleich noch mit dem Bus fahren… also machten wir das auch. Und ich hatte es geschafft. Ich war so verdammt froh. Nun auch wenn es wenn es echt schwer war, ich habe eine Menge erreicht und ich werde nach Salute weiterkämpfen, denn ich habe gelernt, gemeinsam lässt es sich besser kämpfen und ein Erfolg führt meist zum nächsten. Und wenn es doch mal schief geht, „Kopf hoch“, aufstehen und weitermachen.“

„Seit dem 30.04.2010 bin ich Teilnehmerin beim Salute-Kompetenztraining und nun heißt es Abschied nehmen. Es war eine Zeit mit mehreren Höhen und Tiefen und nun möchte ich die letzten Monate reflektieren. Als ich hier anfing, befand ich mich in einer schwierigen Phase beziehungsweise ich war teilweise sogar ein ganz anderer Mensch. Ich hatte keinen festen, strukturierten Tagesablauf, sondern mein Alltag bestand aus essen und schlafen. Doch nun hatte ich die Chance mich und mein Leben zu verändern.

Als erstes Ziel nahm ich mir vor belastbarer zu werden, meinem Alltag Struktur zu geben und auch Termine nach der Arbeitszeit wahrzunehmen. Dies fiel mir am Anfang sehr schwer; ich war dafür oft zu müde und das schon nach wenigen Stunden. Doch es wurde mit jeder Woche besser und nun halte ich wesentlich besser durch. Auch mit den anfallenden Pflichten im Haushalt tat ich mich schwer. Doch dank meines neuen Wochen- bzw. Putzplans, den ich mithilfe des Moduls `Alltagskompetenzen´ erarbeitete, klappt das nun auch gut. Als nächstes wollte ich an meinen sozialen Ängsten arbeiten. Da ich die Chance hatte in zwei Gruppen mitzuwirken, boten sich mir viele Möglichkeiten dafür. Mir fiel es anfangs schwer überhaupt in Blickkontakt zu anderen Menschen zu gehen, was sich sehr gebessert hat. Auch das Reden vor der Gruppe bereitete mir sehr große Schwierigkeiten und nun schaffe ich es als Erste in den Gesprächsrunden zu sprechen…

Ich feierte meinen Geburtstag hier und machte zwei lösungsorientierte Aufgeben, wobei ich übte, im Mittelpunkt zu stehen, und mir gelingt es auch, mich der Gruppe mehr zu öffnen, von mir und meinen Gefühlen zu erzählen. Neben diesen zwei großen Zielen arbeitete ich noch an einem weiteren für mich sehr wichtigen und schwierigen Thema; nämlich mich als Frau zu sehen und anzunehmen. Ich setzte mir dies zum Ziel und begann mich damit auseinanderzusetzen. Da ich bei Salute von vielen Frauen umgeben war, konnte ich mich täglich damit konfrontieren. Ich begann Dinge zu tun oder ähnliches, die typisch weiblich waren um meinem Ziel näher zu kommen. Ich fing an shoppen zu gehen, trage meine Haare heute offen und ich habe mir Ohrlöcher schießen lassen. Und mittlerweile habe ich sogar Freude an diesen Dingen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich noch nie in 10 Monaten so viel erreicht und verändert habe wie hier. Dies war mir am Anfang unvorstellbar und doch habe ich es geschafft. Oft quälten mich Zweifel ob ich von der Gruppe akzeptiert werde und wo mein Platz ist. Durch eine lösungsorientierte Arbeit habe ich es herausgefunden und konnte es langsam annehmen und bin in der Gruppe angekommen. Außerdem schaffte ich es ein Körperbild zu malen, wobei ich mich mit mir selbst auseinandersetzen musste. Desweiteren gelang es mir 35 Wochen lang einen Grund zu finden, stolz auf mich zu sein.

Auch privat hat sich viel verändert; ich habe über zehn Kilo abgenommen, es haben sich Freundschaften entwickelt, ich habe farbige Wände, zwei anstatt einer Katze, eine neue Brille und Internet zu hause. Außerdem werde ich mir eine neue ambulante Therapeutin suchen und die Therapieform wechseln. Voraussichtlich ab März werde ich eine teilstationäre Therapie beginnen, um weiter an meinen Zielen zu arbeiten, so dass ich meinem großen Ziel, einer Ausbildung, immer näher komme. Abschließend danke ich allen Frauen die ich hier kennenlernen durfte und den Trainerinnen für die gute Zusammenarbeit und die unermüdliche, tatkräftige Unterstützung.“

 

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